Geburtstagsfreuden

6 11 2004

Eigentlich hatte mein Vater schon am 3. November Geburtstag. Aber weil meine Eltern gerade in Tschechien Urlaub machten, werden zugehörige Feierlichkeiten heute nachgeholt. Mehr zur zweiten Zivi-Lehrgangswoche gibt es morgen an dieser Stelle.




Coming Out mal anders

17 10 2004

“Mama, Papa – ich muss euch was sagen: Ich bin schwul!” So oder so ähnlich läuft ein Coming Out bei den Eltern meistens ab. Natürlich war bei mir alles anders. Heute Morgen nach dem Frühstück wollte ich eigentlich aufstehen und in meinem Zimmer am Computer etwas arbeiten. Mein Vater fragte jedoch ganz vorsichtig, ob ich denn nicht noch sitzen bleiben wolle. Und soll ich euch was sagen: Ich blieb sitzen! *smile* Er fragte schließlich, ob ich nicht etwas sagen wolle. Das Gespräch kam zögerlich ins Rollen, schließlich wusste ich genau was er von mir wollte. Meine Mutter saß derweil auch am Tisch, hielt sich aber zurück. Tja, das war dann irgendwie auch schon der ganze “Zauber” des Coming Outs (=CO) für mich. Wahrscheinlich wird sich in Zukunft nichts großartig ändern, da ich mich schon zuvor nicht wirklich versteckt habe, was das angeht. Okay, man sollte eines nicht unterschätzen: Ich kann meinen Eltern nun sagen, wo ich denn um Himmels Willen jedes Wochenende hinfahre; nämlich zu meinem Freund Markus, der nun auch viel offener genau wie meine anderen schwulen Freunde zu Besuch kommen kann.
Ich glaube, ich sollte mich jetzt freuen. *lach*




Stehen bleiben, Polizei!

9 08 2004

Gestern war CSD in Mannheim und nachdem ich bei einem Freund übernachtet habe, sind wir so gegen 13 Uhr los zu zwei anderen Freunden und haben erstmal zu Mittag gegessen. Ganz leckere Lasagne hat es gegeben! Um etwa 15 Uhr waren wir dann in der Stadt, wo ich zum ersten mal Martin von meiner Freunde-Seite getroffen habe. Er hat mir nachträglich zum Geburtstag gratuliert und mir ein Geschenk überreicht.

Später sind wir so gegen 18 Uhr zum Luisenpark und haben uns da einige Stunden von der Sonne braten lassen. Nachdem ich auf einmal Heißhunger verspürt hatte, sind wir kurzerhand zu Markus nach Hause und haben eine Familien-Pizza bestellt. Ziemlich lecker muss ich sagen, nur verdammt scharf war sie!

Um 22 Uhr rum wollte ich mich auf den nach Hause weg machen und Markus begleitete mich zum Auto. Und da ist es passiert: “Stehen bleiben, Polizei!” Mein Herz fing zu rasen an. Polizeikontrolle. Ich? Die Herren behaupteten, wir sähen genauso aus wie zwei Typen, die sie suchen. Nachdem sie meinen Perso und meinen Rucksack überprüft haben, durften wir aber zum Glück nach etwa 10 Minuten wieder weitergehen.




Sorgen, Spannung, Emotionen

5 08 2004

Mahnungen. Ja ja, sowas muss auch mal geschrieben werden – in meinem Fall zum ersten Mal seit knapp 20 Jahren. Und zwar haben es zwei Inserenten der Abizeitung seit über einem Monat nicht geschafft die Rechnung zu bezahlen. Bei einem hat sich meine Mutter heute Morgen gemeldet. Der Typ am anderen Ende der Telefonleitung hat doch glatt behauptet nicht der Inhaber der schuldigen Bar zu sein. Früher oder später werden wir in diesem Fall weitere Schritte einleiten – notfalls einen Anwalt einschalten. Denn wie ich erfahren habe, schuldet der Besitzer noch anderen Leuten Geld.

Etwa zur gleichen Zeit haben ein paar muskelbepackte Kerle das Gerüst von unserem Haus endlich entfernt. Freie Sicht! Juhuuu! Sogleich habe ich mit meiner Mutter den zuvor belagerten Balkon wieder fein hergerichtet. Nun beginnt die Zeit, in der ich nackt Sonnenbaden kann. Äähmm… ja. *hust*
Am Nachmittag hat mein Vater eine Musikanlage für meinen morgigen Geburtstag besorgt und ich habe mich um eine Lichtanlage gekümmert. Ich glaube, jetzt steht meiner Geburtstagsparty nichts mehr im Wege. Wird sicher richtig cool. *hoff*

Achja, beinahe hätte ich das schockierende Erlebnis der Friteusen-Reinigung heute Mittag vergessen. Das war vielleicht eklig. Aber jetzt blitzt das Teil vielleicht, ist schon fast nicht mehr normal. Einfach hygienisch rein.




Der Ball ist eröffnet

27 06 2004

Schon um 19:30 Uhr mussten wir Abiturienten zur Probe unseres selbst geschriebenen Abiliedes auf Melodiebasis von “Biene Maja” im Partysaal der katholischen Kirche auf der Vogelstang (Vorort von Mannheim) anwesend sein. Offizieller Beginn der Festivität war um 20 Uhr und genau dann stellte sich Katharina Herr auf die Bühne, nahm ein Mikro in die Hand und begrüßte die Gäste – bestehend aus Eltern, Verwandten, Bekannten und Lehrern – mit dem Einmarsch der Abiturienten in den Saal. Jeder von uns lief einzeln in schneller Folge in den Saal und Katharina erwähnte von jedem noch den Namen.

Meine Mutter, meine Schwester und ich während der Feierlichkeiten

Versammelt auf der Bühne sangen wir unser Lied und der Rektor eröffnete ganz offiziell den Ball mit der Einladung zum Tanz eines Walzers.

Der Abend verlief feucht-fröhlich, die Band tat ihr Übriges zur guten Stimmung. Unser Programm sah Lacher und Interaktivität vor. So war das Highlight des Abends ein Männerballett, über das ich wirklich herzlich lachen konnte!

Um halb eins entschied ich mich zusammen mit meinen Eltern den Ball zu verlassen, da das Programm vorüber war und um 1 Uhr eh Schluss gewesen wäre. Als ich mich von all meinen Freunden aus der Klasse und der Parallelklasse verabschieden wollte, passierte genau das, was ich befürchtet hatte: Ich konnte mir die Tränen einfach nicht verkneifen… Viele meiner Mitschüler werde ich leider so schnell nicht mehr wieder sehen, denn beim geplanten Grillfest am 11. Juli bin ich leider noch in Amerika.
An meine Stufe: Ich werde euch vermissen – eigentlich tu ich es jetzt schon!!!